Das Hochzeitsfahrzeug- geschmückt zu Hochzeit fahren

Wer kennt es nicht, oft bekommt man mit, dass irgendwo geheiratet wurde, weil plötzlich ein geschmücktes Auto an einem vorbeifährt oder sogar eine Hochzeitskutsche. Manchmal sitzt man nichts ahnend auf dem Balkon und hört ganz viele Autos hupen, auch dies ist ein eindeutiges Zeichen einer Hochzeit. Die alles ist zur Tradition geworden, ohne einen besonderen Hintergrund zu haben. Entscheidet sich das Brautpaar für das Auto, wir dieses schön geschmückt. Welches Fahrzeug es letztlich wird, ist Geschmacksache. Ideen und Vorlieben sind hier keine Grenzen gesetzt: Vom klassischen Oldtimer bis zum glänzenden „Ami-Schlitten“ oder im Retro-Style der „VW-Bulli“. Ein Erlebnis für das Brautpaar wird es sicherlich werden. Und für die Hochzeitsfotos ist das Hochzeitsfahrzeug ein gern verwendetes Motiv.

Der Autokorso

Der Autokorso wird bei Hochzeiten vieler Länder genutzt. Alle Gäste fahren hinter dem Hochzeitsauto her und hupen. Früher, heute machen es nur noch die wenigsten Menschen, musste man der Hochzeitsgesellschaft Wegezoll zahlen. Das heißt, alle Autos haben irgendwo angehalten und die Gäste, wie natürlich auch das Brautpaar, wurden mit Schnaps und anderem Alkohol bezahlt und könnten dann die Fahrt fortsetzen. In Altbayern wird dieser Brauch noch oft angewandt, hier geht es aber nicht um Alkohol, sondern um Geld. Ministranten oder auch einfach Kinder der Gemeinde, bekommen dann von der Hochzeitsgesellschaft Geld. Wenn der Autokorso durch die Straßen fährt, wird  er nicht von der Polizei angehalten, obwohl sonst das Hupen als Ruhestörung gilt. Aber hier ist die Polizei recht kulant und lässt die Hochzeitsgesellschaft fahren. Übrigens darf der Bräutigam nicht selbst fahren, denn dies soll Unglück bringen!

Die Dosen am Auto

Oft hat man schon Autos gesehen, die nicht nur schön geschmückt sind, sondern an denen auch Dosen hängen, die dann über die Straße scheppern, wenn das Auto fährt. Auch dies ist ein Brauch geworden, obwohl die wenigsten Menschen wissen, was er zu bedeuten hat. Durch die Dosen und durch den entstehenden Lärm, sollten böse Geistern ferngehalten werden. Die Dosen befinden sich nur an dem Brautauto und schon in ganz alten schwarz/weiß Filmen kann man bei den Hochzeitsszenen Autos mit Dosen sehen. Die Dosen werden durchlöchert, von der Banderole befreit und mit einer langen Schnur am Auto befestigt. Auch wenn das Paar in die Flitterwochen fährt, bleiben die Dosen noch am Auto.

Die Hochzeitskutsche

Gerade auf dem Dorf wird gerne eine Hochzeitskutsche genutzt, weil man sie schnell und einfach bei einem Bauern buchen kann. In der Großstadt gibt es natürlich auch passenden Anbieter, die man über das Branchenbuch oder aber auch durch das Internet leicht finden kann. Auch die Hochzeitskutsche wird schön geschmückt, der Kutscher hat einen schönen Anzug an und die Pferde sind glänzen in ihrem Geschirr um die Wette mit dem Brautpaar.

Man kann meistens zwischen einer offenen und einer geschlossenen Kutsche wählen. Wobei man im Frühling und Sommer lieber offen fährt und bei kälteren Tagen die geschlossene Variante wählt. Vor allem in Baden-Württemberg und in Bayern wird noch sehr oft mit der Hochzeitskutsche geheiratet. Hat das Brautpaar Kinder, fahren diese mit in der Kutsche und haben richtig viel Freude an dieser besonderen Fahrt!